Ersatzbau für das Waltenberger-Haus auf 2085 m Höhe, oberhalb von Einödsbach-Oberstdorf, Einstufiger eingeladener Ideenwettbewerb mit 6 Teilnehmern, 2. Preis
    Bild zum Projekt Waltenberger-Haus
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    Auftraggeber:

    Deutscher Alpenverein
    Sektion Allgäu-Immenstadt

    Wettbewerb:

    Einstufiger eingeladener Ideenwettbewerb mit 6 Teilnehmern
    2. Preis

    Projektzeiten:

    Wettbewerb 2012

    Projektbeteiligte:

    Tragwerksplanung:
    Ingenieurbüro Merdian,
    Durach

    Das Waltenberger-Haus genügt nicht mehr den an eine zeitgemäße Alpenvereinshütte gestellten Anforderungen. Sowohl die Funktionsabläufe bei der Bewirtschaftung, als auch die Raumgrößen, der Hygienestandard und der Brandschutz sind ungenügend. 

    Nach der Untersuchung, inwieweit der in seinem Erscheinungsbild recht urige Bestand als Basis für eine Erweiterung der Hütte genutzt werden kann, kommen wir zu dem Schluss, dass nur ein kompletter Neubau sinnvoll ist. Der Bestand ist nur unter vielen Kompromissen bautechnischer und funktionaler Art in ein Konzept integrierbar, was im Ergebnis dazu führt, dass die hohe Gesamtinvestition nicht in Relation zum Endergebnis steht.

     

    Topographie/Gebäude

    Der Bauplatz ist charakterisiert durch seine exponierte Lage an einer ausgeprägten Rippe im steilen grasigen Gelände seitlich des Vorderen Bockkares und unterhalb des markanten Gipfels der Berge der Guten Hoffnung. Für den ersten Bau an diesem Platz wurde ein Abschnitt der Rippe eingeebnet. Der historische Bau folgte in seiner Ausdehnung der Richtung der Rippe, erst später entwickelte sich das Gebäude mit den Erweiterungen zur Seite in den Hang hinein. Es darf unterstellt werden, dass an der Rippe Fels, in den Flanken jedoch eine unbekannte Mächtigkeit an Geröll vorgefunden wird. Aus diesem Grund ist der alte Bauplatz auch heute der wirtschaftlichste.

    Eine mit dem Verlauf der Höhenlinien geschwungene Stützwand schafft an diesem Ort auf selbstverständlicher Weise ein Plateau, auf dem der Neubau steht. Die Brüstung in Sitzhöhe lädt zum Verweilen an dem hervorragenden Aussichtspunkt ein.

    Der Baukörper der Hütte entwickelt sich in der durch die Topographie vorgegebenen Richtung aus dem Gelände heraus. Er wirkt durch seine Kompaktheit monolithisch, felsartig. Die leicht geknickten Außenwandflächen lassen das Volumen kleiner erscheinen. Durch die asymmetrische Positionierung des Baukörpers auf dem steinernen Plateau entstehen auf der Süd- und Westseite attraktive und gut nutzbare Terrassenflächen mit unterschiedlichen Qualitäten.

     

    Materialität

    Die Stützwand wird als Stahlbetonwinkelstützwand hergestellt und erhält eine Vormauerung aus Naturstein. Keller und hangseitiger Rücken des Gebäudes werden in Massivbauweise erstellt, die Stahlbetonwände wärmegedämmt und mit Naturstein verkleidet.

    Der freistehende Gebäudeteil wird schnell und rationell in Holztafelbauweise aus Massivholz errichtet. Er erhält eine robuste Fassade aus einer fein profilierten sägerauhen Lärchenschalung, die durch die knappen Dachüberstände homogen vergraut.

    Die Fenster können im Winter mit Klappläden aus demselben Holz verschlossen werden, so ergibt sich im Winter das Bild eines hermetisch geschlossenen Blocks. Anstelle der Lochfassade des Sommers bilden die flachen Nischen, welche sich hinter den Läden befinden ein leichtes Relief. Eingänge werden als Ausschnitte aus der Großform behandelt, bieten Wetterschutz und gliedern den Baukörper.

     

    Funktionen

    Die Funktionen sind geschossweise klar getrennt. Im UG befinden sich neben dem im Bestand erhaltenen Winterraum nur Lagerräume und Technik, im EG der Eingangsbereich mit Nebenräumen, Gastronomie, Küche, Lager, Personalaufenthalts- raum und verschiedene Terrassenzugänge, in den Obergeschossen Schlafräume mit den dazugehörigen Sanitärbereichen. 

    Vom Eingang aus erschließt sich unmittelbar der teilbare Gastraum mit 84 Sitzplätzen. Großzügige Fensterbänder holen die spektakuläre Bergwelt in das Innere. Gastraum, Terrassen, Küche und Lagerräume sind auf einer Ebene angeordnet um die Abläufe der Bewirtung zu optimieren. Mit dem Ziel, das Erdgeschoss des Hauptbaukörpers frei zu halten, sind die der Gastronomie zugeordneten sanitären Anlagen, Schuh- und Trockenraum, sowie die der Küche zugeordneten Nebenräume hangseitig im Bereich der Stützwand angeordnet.

    In den beiden Obergeschossen werden die geforderten Schlafräume und die Personalräume nachgewiesen. Im 1. OG liegt der Schwerpunkt auf Zimmern und Lagern, hier finden sich auch die Sanitären Anlagen für Übernachtungsgäste. Im 2. OG befinden sich weitere Schlafräume, in einem abgetrennten Bereich sind dort auch die Personalräume angeordnet.