Adresse:
In der Gmeind 1
89312 Günzburg
Auftraggeber:
Freistaat Bayern
vertreten durch Staatliches Bauamt Krumbach
Beauftragte Leistung:
Objektplanung 1-8 HOAI
Projektzeiten:
Planung: ab 06/2025
Baubeginn: 05/2027
Projektgröße:
BGF: 3.318 m2
BRI: 19.133 m3
NUF: 2.437 m2
Energiestandard:
Passivhausstandard ohne Zertifizierung
Projektbeteiligte:
Freianlagenplanung:
Ingenieurbüro Dr.-Ing. Koch - Bauplanung GmbH, Kempten
Tragwerksplanung:
Kling Consult GmbH, Krumbach
HLS-Planung:
KTO engineering GmbH & Co. KG, Bad Grönenbach
Elektro-Planung:
ADS Plan GmbH, Marktoberdorf
Bauphysik:
umt Umweltingenieure GmbH, Ulm
BIM-Manager:
nps Bauprojektmanagement GmbH, Ulm
Ausgangslage
Die bestehende Flussmeisterstelle Günzburg des Freistaates Bayern wird durch einen hochwassersicheren Neubau auf demselben Grundstück ersetzt. Nach einer interimsweisen Unterbringung während der Bauphase werden die Bestandsgebäude zurückgebaut und das Gelände auf ein hochwassersicheres Niveau aufgeschüttet. Neben den Funktionen der Flussmeisterstelle (Verwaltung, Werkstätten, Lager-, Fahrzeug- und Waschhallen) wird zusätzlich das Wasserwirtschaftsamt neu an den Standort verlagert. Die Erschließung erfolgt nördlich über die Straße „In der Gmeind“, während das Areal im Süden direkt an die Donau grenzt.
Gebäudekonzept
Das Ensemble gliedert sich in zwei Baukörper: das östliche Bürogebäude mit einer Einstellhalle für die Dienstfahrzeuge und das westliche Hallengebäude. Das zweigeschossige Bürogebäude ist als dreizoniges Kombibüro mit zentraler Flur- und Erschließungszone (Treppe, Aufzug, Sanitär-/Nebenräume) konzipiert. Im Erdgeschoss befinden sich die Räume der Flussmeisterstelle mit direkt angegliederten Umkleiden, Trockenraum sowie 18 Stellplätze in einer Garage. Das Obergeschoss beherbergt die Zweigstelle des Wasserwirtschaftsamts Krumbach inklusive Registratur mit Rollregal, Besprechungsraum mit Küchenbereich und großem Freisitz zur Donau. Das westliche Hallengebäude umfasst Stellflächen für Großgeräte bis 19 m Länge, Schreiner-, Schlosser- und Werkstatthallen mit Kranbahn, eine Waschhalle sowie verschiedene Lagerbereiche.
Konstruktion
Beide Gebäude sind im Wesentlichen in Holzbauweise geplant. Lediglich die Garage für die Dienstfahrzeuge sowie die Schüttboxen werden aus statischen und brandschutztechnischen Gründen in Stahlbeton-Massivbauweise ausgeführt. Das Bürogebäude ist mit einem durchgängigen, regelmäßigen Raster als Holz-Skelettbauweise aus Stützen, Unterzügen und einer Brettsperrholzdecke konzipiert. Alle Innen- und Außenwände, die nicht zur Aussteifung dienen, sind als nicht tragende Wände vorgesehen. Das Hallengebäude wird aus einer Konstruktion aus Holzstützen bzw. Holzständerwänden mit Stützen und Diagnonalen mit oben aufliegenden Brettsperrholzbindern ausgeführt (Spannweite ca. 16 m, einseitige Auskragung ca. 4 m). Die Aussteifung des Gebäudes erfolgt über die horizontale Dachscheibe, welche die Horizontallasten auf die lastabtragenden Wandscheiben ableitet. Als mechanischer und konstruktiver Holzschutz der Fassade erhalten beide Gebäude außen einen 30 cm hohen sichtbaren Stahlbetonsockel.
Nachhaltigkeit
Das Gesamtkonzept setzt auf ein zukunftsfähiges und ressourcenschonendes Energie- und Gebäudedesign. Eine Standortaufschüttung garantiert dabei den dauerhaften Hochwasserschutz der öffentlichen Infrastruktureinrichtung. Durch den vorrangigen Einsatz nachhaltiger Baustoffe – insbesondere Holz – wird die graue Energie deutlich reduziert. Die Gebäudehülle orientiert sich am Passivhausstandard; eine offizielle Zertifizierung ist jedoch nicht vorgesehen. Sämtliche Dachflächen werden vollflächig mit einer Kombination aus Gründach und Photovoltaikanlage belegt. Zur dezentralen Energieversorgung und Maximierung des Eigenverbrauchs ist im Obergeschoss der Werkstatt ein Batteriespeicher geplant.
BIM-Planung
Die Planung wird gemäß den Vorgaben des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr unter Anwendung von BASIS-BIM durchgeführt. Sämtliche Fachdisziplinen – von der Architektur über die Tragwerksplanung bis hin zur Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) – werden in einem digitalen 3D-Gesamtmodell koordiniert. Dies ermöglicht eine lückenlose Kollisionsprüfung, präzise Mengen- und Kostenermittlung sowie die strukturierte Erfassung der Raum- und Anforderungsprofile für eine optimierte Übergabe in den späteren Gebäudebetrieb (FM).