Neubau Familienzentrum Marktoberdorf, Realisierungswettbewerb mit 22 Teilnehmern, 1. Preis und Zuschlag nach VOF-Verfahren
    Bild zum Projekt Familienzentrum Marktoberdorf
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    Adresse:

    Ratiborer Str. 1
    87616 Marktoberdorf

    Auftraggeber:

    Stadt Marktoberdorf

    Wettbewerb:

    Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Auswahl- / Bewerbungsverfahren nach RPW 2013 mit 22 Teilnehmern - 1. Preis, Zuschlag nach VOF-Verfahren

    Beauftragte Leistung:

    LPH 1-9 HOAI

    Projektzeiten:

    Planung: ab 05/2016
    Bauzeit: 05/2017 - 11/2018

    Projektgröße:

    BGF 1.617 m2
    BRI 6.202 m3

    Baukosten:

    KGR 300+400: 3,6 Mio € inkl. MwSt.

    Energiestandard:

    EnEV 2014, Primärenergiebedarf < 10% Höchstwert EnEV

    Projektbeteiligte:

    Tragwerksplanung:
    Ingenieurbüro Lämmle, Wiggensbach (Wettbewerb)
    Ingenieurbüro Roll GmbH, Kaufbeuren (Ausführung)

    Brandschutzplanung:
    Anwander, Sulzberg

    Elektroanlagenplanung:
    ADS plan, Marktoberdorf

    HLS-Planung:
    FACT, Marktoberdorf

    EnEV und Bauphysik, Schallschutz:
    Horstmann + Berger, Altensteig

    Tragwerksplanung:
    Ingenieurbüro Roll GmbH, Kaufleuten

    Fotografie:
    Rainer Retzlaff, Niedersonthofen

    Städtebauliche Konzeption

    Die Stadt Marktoberdorf beabsichtigte ursprünglich - gemäß der Wettbewerbsauslobung - im Zuge der Umwandlung des Kindergartens zu einem „Familienzentrum St. Magnus“ lediglich das Gebäude zu sanieren und zu erweitern.

    Der städtebauliche Vorschlag im Wettbewerb folgte dem in der Auslobung skizzierten Ansatz: Für die Erweiterung des bestehenden Kindergartens zum neuen Familienzentrum Marktoberdorf sollte das bestehende Gebäude im KG und EG weiter verwendet und umgebaut werden. Die zusätzlich nachzuweisenden Programmflächen wurden als Aufstockung um ein Vollgeschoss und als räumliche Erweiterungen nach Süden und Westen konzipiert. Das neu konzipierte ruhige, lineare Gebäude fügt sich selbstverständlich und homogen in die Wohnbebauung der Ratiborer Straße ein. Die zweigeschossige Kita bildet einerseits zusätzlich ein städtebauliches Ensemble mit den nördlich angeordneten Sonderbauten wie der Kinderkrippe Sonnenschein und der St. Magnus Kirche. Mit seinem klaren Volumen kann sich der neue Baukörper andererseits auch selbstbewusst in der Abfolge der nördlich und südlich anschließenden öffentlichen Gebäude behaupten. Durch die lineare kompakte Organisation wird die zwingend erforderliche Maximierung der verbleibenden Freiflächen erreicht. 

     

    Neukonzeption und Konstruktion Neubau

    Statische, bautechnische und wirtschaftliche Überlegungen im Rahmen des Vorentwurfes führten jedoch zu einer Neukonzeption und zu einem kompletten Neubau des Familienzentrums. Das Bestandsgebäude des alten St. Magnus Kindergartens wurde, bis auf eine kleine Teilunterkellerung, komplett abgebrochen. Das Untergeschoss wurde in Massivbauweise erweitert. Auf der neuen Stahlbeton-Boden- bzw. Deckenplatte wurde ein Neubau in Holz-Beton-Hybridbauweise errichtet. Die Wände wurden als Holzständerkonstruktion, die Decken als Spannbetonkonstruktion ausgeführt.

     

    Organisation / Funktion

    Das neue Familienzentrum beinhaltet neben dem Verwaltungsbereich einen multifunktional nutzbaren Gemeinschaftsbereich mit Koch- und Essensmöglichkeit, vier Kindergartengruppen und einer Krippengruppe, jeweils mit den zugehörigen Schlaf- und Bewegungsräumen sowie Aufenthaltsräumen für Eltern. Das Gebäude wird wie bisher von der Ratiborer Straße aus erschlossen. Ein weit ausladendes Vordach und eine großzügige Verglasung über zwei Geschosse signalisiert den Eingangsbereich. Entsprechend der Längsorientierung des Baukörpers werden alle Raumfunktionen konsequent linear organisiert. Im Erdgeschoss öffnet sich das Gebäude über großflächige Verglasungen nach Süden zum Garten. Gartenseitig wurden die Kinderkrippe, die Aufenthaltsräume für Eltern/Essen sowie Schlafraum/Bewegung situiert. Im Obergeschoss sind alle vier Kindergartengruppen inkl. ihren Nebenräumen mit Vor- und Rücksprüngen zur Fassade angeordnet. Dadurch ergibt sich eine spannende Raumfolge mit geschützten Freibereichen und eine plastische Ausformung des Baukörpers.

    Über die Loggien und Gartentreppen kann der Garten auch direkt aus dem Obergeschoss erreicht werden. Alle Gruppen- und Aufenthaltsräume erhalten somit einen gleichwertigen Bezug zum gemeinsamen Garten. Vertikalerschließung und weitere kleinere Funktions- und Nebenräume sind in der schmaleren Raumzone straßenseitig organisiert. Die Gruppen der Kita sind entsprechend dem offenen pädagogischen Konzept als Rollenspielzimmer, Bauzimmer, Werkraum, Atelier, Lesezimmer, Forscherraum und Snozelenraum für alle Kinder vielseitig und flexibel nutzbar.

     

    Materialität / Nachhaltigkeit

    In der Materialität präsentiert sich das Gebäude mit einer Lärchenholzleistenverschalung unprätentiös und betont hierdurch die Einfachheit des Gebäudes.

    Das Gebäude wurde an ein Nahwärmenetz angeschlossen. Die Räume des Neubaus werden mit einer Fußbodenheizung beheizt. Alle Räume werden mittels einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung belüftet.