Neubau Einfamilienhaus S12 mit Ateliergebäude im historischen Glasmacherdorf Schmidsfelden
    Bild zum Projekt Wohnhaus S12, Schmidsfelden
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    Adresse:

    Schmidsfelden
    (privat)

    Auftraggeber:

    privat

    Beauftragte Leistung:

    LPH 1-8 HOAI

    Projektzeiten:

    Planung: ab 03/2002
    Bauzeit: 04/2003 - 02/2004

    Projektgröße:

    NF: 134 m2
    WF: 203 m3

    Energiestandard:

    KfW-60-Haus (EnEV 2004)

    Projektbeteiligte:

    Tragwerksplanung:
    Manfred Merdian, Durach

    Fotografie:
    Rainer Retzlaff, Niedersonthofen
    F64 Architekten

    Städtebau

    Das Grundstück liegt in mitten des denkmalgeschützten Glasmacherdorfes Schmidsfelden bei Leutkirch. Die Glashütte wurde 1998 vom „Heimatverein Leutkirch e.V.“ restauriert und beherbergt heute ein Museum.
    Um das geschlossene Ensemble, bestehend aus Glashütte, Magazin, Verwaltungsbau, Herrenhaus, Kapelle und mehreren Arbeitshäusern nicht zu stören, sondern sinnvoll zu ergänzen erforderte dies während der gesamten Planung- und Bauphase eine besondere denkmalpflegerische Sensibilität aller Beteiligten.
    Der Neubau fügt sich sowohl in Form und Kubatur, als auch mit Material und Farbe harmonisch in das Straßenbild. Im hinteren Teil des Grundstückes liegt ein eingeschossiger Baukörper, der dem Bauherrn und Künstler als Atelier und Ausstellungsraum dient. Zwischen Atelier und Wohnhaus bildet sich ein Wohnhof aus, der auch als Ausstellungsfläche für seine zahlreichen Skulpturen genutzt wird.

     

    Baukörper

    Das Wohngebäude ist ein in einer zeitgemäßen Architektursprache umgesetzter, traditioneller Holzbau, der über den Hof erschlossen wird.
    Sowohl das Atelier, als auch das Wohnhaus sind mit einer Lattung aus unbehandeltem Lärchenholz.
    Die fassadenbündig gesetzten Schiebeläden sind in der gleichen Oberfläche wie die restliche Fassade ausgebildet, es ergibt sich eine homogene Einheit aus Fassade und Schiebeläden. Beim Schließen der Schiebeläden werden dahinter liegende  Cortenstahlflächen sichtbar. Es entsteht ein spannendes Wechselspiel aus Fenster und Cortenstahlflächen.
    Der Cortenstahl bildet einen reizvollen Kontrast zu der Lärchenholzfassade: Das anfangs „orangefarbige“ Holz wird sich im Laufe der Zeit den grauen Fassaden der Nachbargebäude anpassen, während der Cortenstahl farblich eine gegensätzliche Entwicklung durchlaufen wird.

     

    Konstruktion

    Über der massiv ausgebildeten Bodenplatte steht ein konventioneller aus heimischem Holz errichteter Holzständerbau.
    Die Gefache der Außenwände des Holzständerbaus sind mit Zellulosefasern gedämmt. Die massiven Brettdielen-Holzdecken, die mit Lehmsteinen ausgefachten Innenwände, ca. 12 to Gipsfaserplatten und 10 to Lehmputze dienen als Speichermasse und sorgen in Zusammenhang mit der Wandflächenheizung für ein angenehmes Raumklima.
    Die zentrale Wandflächenheizung wird über einen Holzpelletkessel betrieben. Um nicht unnötig beheiztes Gebäudevolumen zu erzeugen und somit Baukosten einzusparen, entschieden sich die Bauherren für die Pelletslagerung in einem externen Erdtank. Der Pelletstransport vom Erdtank in den Technikraum erfolgt über ein Saugsystem. (Der Erdtank fasst 8,5 m³, was in etwa 5,5 to Pellets entspricht. Der jährliche Verbrauch für Heizung und Brauchwasser beläuft sich auf 3 to Pellets.)

     

    Wirtschaftlichkeit

    Durch die kompakte Gebäudeplanung und die Reduktion auf das Wesentliche konnte für die Bauherrn ein in Erstellung, Betrieb und Unterhalt sehr günstiges Haus errichtet werden. 

     

    Veröffentlichung

    Friedrich Grimm, Einfamilienhäuser aus Holz, Callwey, März 2007