Neubau Wohnhaus H46 in Ermengerst, Baubrückenschließung in einer Siedlung aus den Achtziger Jahren mit einem langgestreckten Baukörper
    Bild zum Projekt Wohnhaus H46, Ermengerst
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    Adresse:

    Ermengerst-Wiggensbach
    (privat)

    Auftraggeber:

    privat

    Beauftragte Leistung:

    LPH 1-8 HOAI

    Projektzeiten:

    Planung: ab 06/2006
    Bauzeit: 04/2007 - 02/2008

    Projektgröße:

    BRI: 1.130 m3
    BGF: 350 m2
    WF: 196 m2
    NF: 57 m2

    Energiestandard:

    KfW-Effizienzhaus 55 (EnEV 2007)
    Primärenergiebedarf 40 kWh/(m²·a)

    Projektbeteiligte:

    Tragwerksplanung:
    Hartmann + Walter Ingenieure, Kempten

    HLS-Planung:
    Güttinger Ingenieure, Kempten

    Fotografie:
    Rainer Retzlaff, Niedersonthofen

    Leitidee und Gebäudekonzept

    Das Baugebiet ‚An der Halde' wurde in den Achtziger Jahren an einer Westhanglage erschlossen. Das Baugrundstück des Hauses Schmidt war als Baulücke über viele Jahre wegen der schwierigen Hanglage nicht bebaut. Die langgestreckte Baukörperform mit dem Satteldach auf der Langseite resultiert aus verschiedenen Grundstücksfaktoren:
    1. Der Bebauungsplan sah ein Gebäude mit Satteldach entlang der Strasse vor. bergseitig war ein Vollgeschoss, talseitig zwei Vollgeschosse möglich. Der Garten auf der Talseite würde durch eine Querstellung des Baukörpers am Hang wegen der Steilhanglage - das Grundstück fällt um insgesamt sieben Meter Richtung Osten - ab  mittags größtenteils verschattet. Durch die Anordnung des Gebäudes nah an der nördlichen Grenze ist eine Besonnung des Gartens von morgens bis abends gewährleistet.
    2. Die Strasse ‚An der Halde' führt über eine Hügelkuppe. Das südliche Nachbarhaus liegt um ca. zwei Meter höher am obersten Punkt des Hügels und versperrt die Aussicht in die Berge. Da der Bergblick von der unteren östlichen Grundstücksfläche sehr wohl möglich ist, wurde das Baufenster um insgesamt 10 m nach Osten überschritten.
    3. Entlang an der nördlichen Grundstücksgrenze verläuft ein hochfrequentierter Spazierweg. Der lange Baukörper schirmt den Garten weitgehend vor Einblicken ab.

    Das Gebäude gliedert sich in den Hauptbaukörper (Wohn- und Schlafbereich) und den Nebenbaukörper (Erschließungsbereich). Das Haus ist in Anlehnung an die Hanglage in drei Stufen abgetreppt. Es bilden sich dabei selbstverständliche Zonierungen zwischen Kochen/Essen und Wohnen auf der oberen Ebene und zwischen Gäste, Schlafen und Bibliothek auf der unteren Ebene aus. Die Geländestufen finden in drei unterschiedlichen Kies- und  Terrassenhöfen ihre Fortsetzung.
    Der eingeschobene Loggiabügel gliedert die Südfassade spannungsvoll und ermöglicht einen wetter- und westwindgeschützen Sitzplatz auf der Wohnebene mit herrlicher Aussicht in die Allgäuer Bergwelt.

     

    Materialität

    Das Gebäude ist als Massivkonstruktion (Stahlbeton und Kalksandstein) konzipiert. Außen ist das Gebäude mit Steinwolle-Lamellenplatten und einem mineralischen Putzsystem umhüllt. Das Garagentor ist ebenfalls homogen auf einer speziellen Putzträgerplatte verputzt, um die ruhige schlichte Erscheinung auch straßenseitig zu wahren. Die anthrazitfarbenen Holz-Alu-Fenster sind innenbündig gesetzt, um die Massivität des Baukörpers durch die entstehenden tiefen Öffnungen zu stärken. Die Loggia in Sichtbeton und der in farbbeschichtetem Aluminium verkleidete Erschließungsbaukörper setzen deutliche Kontraste zum Putzbaukörper. Der Innenraum wird geprägt durch ein puristisches Zusammenspiel von weißen Putzflächen, dunkelgrauen Schieferböden und geölten Eichenmöbeln.

     

    Energie

    Die Wärmeerzeugung erfolgt mit einer Sole/Wasserwärmepumpe mit Erdwärmesonden (2x80m Länge), die Raumerwärmung des gesamten Hauses mittels Fußbodenheizung. Die Gebäudehülle entspricht Kfw-Effizienzhaus 55 (EnEV 2007).

     

    Veröffentlichung

    ECOLA European conference of leading architects, Verlagsanstalt Alexander Koch GmbH, 2008