Neubau Wohnhaus H37 am Ortsrand in Ermengerst, ein 'Findling' im Wiesenhang im Duktus und Materialität von Allgäuer Bauernhöfen
    Bild zum Projekt Wohnhaus H37, Ermengerst
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    Adresse:

    Ermengerst-Wiggensbach
    (privat)

    Auftraggeber:

    privat

    Architekturpreise:

    Baupreis Allgäu 2009
    - Preisträger
    ThomasWechsPreis 2012
    - Prämierung

    Beauftragte Leistung:

    LPH 1-8 HOAI

    Projektzeiten:

    Planung: ab 07/2007
    Bauzeit: 04/2008 - 02/2009

    Projektgröße:

    BRI: 1.321 m3
    BGF: 385 m2
    WF: 220 m2
    NF: 68 m2

    Energiestandard:

    KfW-Effizienzhaus 70 (EnEV 2007)
    Primärenergiebedarf 47,5 kWh/(m²·a)

    Projektbeteiligte:

    Tragwerksplanung:
    Ingenieurbüro Lämmle, Wiggensbach

    HLS-Planung:
    Güttinger Ingenieure, Kempten

    Fotografie:
    Rainer Retzlaff, Niedersonthofen

    Leitidee und Gebäudekonzept

    Mitten im Oberallgäu liegt die Gemeinde Wiggensbach mit ihrem Ortsteil Ermengerst.
    Das Gebäude liegt an einer exponierten Ortsrand- und Hanglage in Ermengerst und fügt sich in eine Baulücke ein. In der angrenzenden Nachbarschaft münden alle Gärten ohne Abgrenzungen zur südseitigen landwirtschaftlichen Wiese. Dieser weiche Übergang zwischen Bebauung und Landschaft diente als Leitidee. Inder Planung sollte sich das neue Gebäude ohne Terrassierungen und Bepflanzungen wie ein Findling in den Wiesenhang einbetten.
    Das Gebäude ist als mit Lärchenholzschindeln verkleideter Baukörper auf massivem in die Hanglage eingeschobenem Sockelgeschoss konzipiert. Aus dem Baukörper ist im Basisgeschoss eine eingezogene Terrassenloggia über Eck ausgeschnitten. Der wetter- und westwindgeschützte Außenraum auf der Wohnebene mit seinem grandiosen Panoramaausblick in die Allgäuer Berge und Voralpenhöhenzüge war zentrales Thema bei der Entwurfsgestaltung. Durch Schiebeläden lässt sich die Terrasse auch bei den überwiegend vorherrschenden frischen Windverhältnissen auf dem Grundstück optimal nutzen. Innen- und Terrassenraum verbinden sich zu einem großzügigen Raumkontinuum.
    Das Obergeschoss werden Zonen für Wohnen, Kochen/Essen und ein Gästebereich angeordnet. Das Sockelgeschoss befinden sich Schlafzimmer mit Ankleide und Bad, Kinderzimmer mit Bad und ein Lager und Hauswirtschaftsbereich.

     

    Materialität

    Das Gebäude ist als Massivkonstruktion (Stahlbeton und hoch wärmegedämmte Ziegel) konzipiert.
    Die eingesetzten Materialien greifen den Duktus regionaler Bauernhöfe auf: spaltraue Lärchenholzschindeln im Basisgeschoß, Lärchenholzschiebetore mit offener Führung und steinerne Flächen im Sockelbereich. Im Kontrast dazu stehen die anthrazit- glimmerfarbbeschichtete Bauteile wie Eingangs- und Garagentornische und die Holz-Aluminium-Fenster.
    Der Innenraum wird geprägt durch ein minimalistische Zusammenspiel von rustikalen Eichenholzdielen, Glasflächen, weißen Putzflächen und moderner Einbaumöblierung.

     

    Energie

    Die Wärmeerzeugung erfolgt mit einer Sole/Wasserwärmepumpe mit Erdwärmesonden (2x80m Länge), die Raumerwärmung mittels Fußbodenheizung.
    Heizwärmebedarf: 35,6 kWh/m²a, Primärenergiebedarf: 47,5 kWh/m²a

     

    Veröffentlichung

    architekturforum Kempten, Baupreis Allgäu 2009, Die Projekte 2009

    BDA Bayern, thomaswechspreis 2012, architekturpreis für Schwaben, Augsburg 2012

    BDA Preis Bayern 2013, Auflage 2013