Erweiterung eines Siedlungshauses aus den 30er Jahren in Memmingen
    Bild zum Projekt Wohnhaus H29, Memmingen
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    Adresse:

    Memmingen
    (privat)

    Auftraggeber:

    privat

    Beauftragte Leistung:

    LPH 1-8 HOAI

    Projektzeiten:

    Planung: ab 2001
    Bauzeit: 10/2001 - 06/2002

    Projektgröße:

    BRI: 264 m3
    WF: 78 m2

    Projektbeteiligte:

    Tragwerksplanung:
    Dr. Schütz Ingenieure, Kempten

    HLS-Planung:
    Knecht Ingenieure, Wildpoldsried

    Fotografie:
    Rainer Retzlaff, Niedersonthofen

    Lage und Ausgangssituation

    Ist die Erweiterung eines bestehenden Wohnhauses geplant, muss häufig wertvolle Gartenfläche überbaut werden. Zudem ergeben sich meist Grundrisse mit gefangenen Räumen, die nur über benachbarte Räume betreten werden können. Die Bauherren verwarfen daher die ursprünglich angedachte Möglichkeit einer Verlängerung des Bestands, der auf einer Art Plattform inmitten eines steilen Hanggrundstücks steht. Statt dessen entschieden sie sich für einen eingeschossigen separaten Baukörper an der hangseitigen Grundstücksgrenze, der zusammen mit dem Altbau den Garten L-förmig einfasst. In Holzständerbauweise errichtet und mit roten Holzplatten verkleidet hebt er sich kontrastreich vom Massivbau und zugleich von der üppig grünen Umgebung ab.

     

    Grundriss

    Man betritt den Neubau an seiner Stirnseite, von wo aus ein kurzer Flur die geräumige verglaste Eingangsdiele mit dem Altbau verbindet. Entlang der nach Süd-Westen zum Garten hin vollflächig verglasten Fassade werden das Bad, zwei offene Wohnräume, die durch raumhohe Schiebeelemente abgeteilt werden können sowie eine geschützte Terrasse erschlossen. Die Raum-zu-Raum-Erschließung entlang einer Fassade ist ungewöhnlich, denn normalerweise verläuft ein Flur an der geschlossenen Raumseite. Doch hier wird der Erschließungsbereich Bestandteil des Wohnraums, was es erlaubt, die schmale Grundfläche des Anbaus optimal zu nutzen. Die jeweils an drei Seiten geschlossenen Wandflächen lassen einen geborgenen Raumcharakter entstehen und bieten vielfältige Stellmöglichkeiten für Möbel. Ob man sich von Raum zu Raum bewegt oder sich in einem der Räume aufhält – stets hat man einen weiten Blick über den Garten auf die Allgäuer Hügellandschaft.

     

    Besonderheit

    Der gut proportionierte Anbau bietet der vierköpfigen Familie zusätzlichen Wohnraum für vielfältige Nutzungen. Da er später als separate Wohnung genutzt werden soll, wurde ein Bad eingebaut und die Anschlüsse für eine mögliche Küchenzeile bereits vorgerichtet. Er ließe sich dann vermieten oder könnte für eines der heranwachsenden Kinder zur ersten „eigenen Bude“ werden. Die Eltern wiederum hätten später – wegen der barrierefreien Ausgestaltung – ein geeignetes Seniorenhaus.

    (Text aus: Bettina Rühm, Der optimale Grundriss, München 2004)

     

    Veröffentlichungen

    architekturforum kempten, P001-P058 Architektur im Allgäu 1990-2005, Kunstverlag Josef Fink, 2006

    Bettina Rühm: Der optimale Grundriss, DVA, 2004