Neubau eines Wohnungsquartiers Baufeld A, Konzeptvergabe 3. Rang (2. Rang nicht vergeben)
    Bild zum Projekt Wettbewerb Konzeptvergabe Wiesengrund Landsberg
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    Auftraggeber:

    Stadt Landsberg am Lech

    Wettbewerb:

    Öffentliche Ausschreibung Konzeptauswahl, 3. Rang (2. Rang nicht vergeben)

    Projektbeteiligte:

    Investor:
    Rhomberg Bau GmbH, Lindau

    Landschaftsarchitekt:
    Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten GmbH, München

    Mitwirkung Energie und Nachhaltigkeit:
    Herz & Lang GmbH, Weitnau

    Städtebauliche Einbindung

    Die polygonal fließenden Formen der Baukörper nehmen die Planungsziele des Bebauungsplanes ein qualitativ hochwertiges neues Wohnquartier zu schaffen auf und schreiben diese fort. Aufweitungen und Verdichtungen bilden eine zonierten Binnenraum aus. Zur Schongauer Straße hin werden klare Raumkanten ausformuliert. Die Wohnungen werden durch diese städtebauliche Grunddisposition optimal zu den Freibereichen hin orientiert und ideal belichtet. Ein reizvolles Wechselspiel von Loggien und offenen Terrassen unterstützt den Wunsch nach einem lebendigen Quartier mit privaten, halböffentlichen, öffentlichen Zonen und der Vernetzung mit den umgebenden Quartieren.

    Die Hauptwegeverbindung formuliert klar lesbare Zugänge ab und trägt so zur Orientierung im Quartier bei. Im nördlichen Bereich des Baufelds, der als Erschließungsstraße dient, sind die nach B-Plan geforderten Stellplätze angeordnet. Oberirdische Stellplätze werden mit Baumpflanzungen überstellt und fügen sich somit sehr gut in die Umgebung ein. Die verkehrliche Anbindung der Tiefagarage mit 88 Stellplätzen erfolgt vom Erschliessungsweg V1 direkt an der Schongauer Straße, um das Quartier möglichst frei von motorisiertem Fahrverkehr zu halten. Die Wegeführung im Innenhof wurde auf B-Plan-Vorgaben weiterentwickelt und mit kleineren untergeordneten Pfaden ergänzt. Gebrochene Wegeachsen tragen den natürlichen Flair des Quartiers weiter und laden zum Aufenthalt und zum Spazierengehen ein.

     

    Freiraum & Grünstruktur

    Die Freianlagen des neuen Wohnquartiers sind von einem eindeutig ablesbaren und prägenden grünen Charakter bestimmt. Die Außenanlagen des Quartiers bilden zum einen Aufenthalts- und Kommunikationsbereiche, Erholungsbereiche sowie Rückzugsorte ab und sind somit vielseitig und attraktiv für alle Generationen nutzbar.

    Durch die variierenden Wegebreiten soll der Charakter nach außen hin nicht zu offen und nach innen aufweitend gehalten werden. Das innere Wegenetz wir von freiwachsenden Heckenstrukturen und Massivholz-Blockbänken begleitet.
    Die privaten Gärten sollen mit halbhohen Heckenpflanzungen einen offenen Charakter vermitteln und sich nicht nach innen hin abschirmen. Trotzdem sind mit dieser natürlichen Einfriedung die Zonen eindeutig lesbar. Dabei zieht sich die klare Formensprache von den Gebäuden, über die Wegestrukturen bis hin zu den Heckenpflanzungen und verleiht somit dem Quartier eine eigene Identität. Dadurch entsteht ebenfalls ein Wechselspiel zwischen Innen und Außen und der Innenraum geht in den Freiraum über. Zudem erhält jeder privat Garten Gartenschränke, in denen Gartengeräte und Möbel untergebracht werden können.

     

    Ökologische Qualitäten

    Die Freiflächen werden größtmöglich begrünt und tragen als Grundgerüst für das Kleinklima in dieser Zone maßgeblich zur natürlichen Atmosphäre des Quartiers bei. Die Dachflächen sind extensiv begrünt und verbessern und bieten mit Futterpflanzen Nahrung für Insekten und Vögel. Ergänzt werden die ökologisch hochwertigen Grünflächen von einer lockeren Obstbaumpflanzung, die auch die gemeinschaftlich genutzten Innenhofbereiche zusätzlich aufwerten. Im Süd-Westen befinden sich die Kinderspielflächen. Die Spielgeräte aus Robinienholz, eine Aufenthaltszone sowie ein Sandspielbereich entwickeln eine attraktive Spielzone, die von einer lockeren Heckenpflanzung raumbildend gerahmt wird. Im Anschluß findet sich eine gemeinschaftlich nutzbare Gartenfläche, die von den Bewohnern des Quartiers bewirtschaftet wird. Hier können Gemüse- und Kräuter angebaut werden bspw. und Quartiers-Workshops im Urban Gardening stattfinden. Somit entstehen in verschiedenen Bereichen Treffpunkte als Kommunikations- und Aufenthaltsorte.

    Regenwasser welches im Quartier anfällt, wird über das begrünte Retentionsdach zunächst gehalten und somit zur direkten Bewässerung der Vegetationsflächen genutzt. Überschüssiges Wasser wird in den nördlichen Bereich des Baufelds unterhalb der Erschließungsstraße durch eine Rigole versickert. Die befestigten Wegestrukturen im Innenhof entwässern direkt in die Grünflächen.

     

    Architektur & Konstruktion

    Die Konstruktionstypologie ist in Materialität und Fassadengestaltung ablesbar. Über einem robusten Sockel wird eine Holzhybridkonstruktion mit einem Wechselspiel von raumhohen Öffnungen in verschiedenen Breiten und Loggien entwickelt. Durch die Auflösung der blockhaften Struktur steht der städtebauliche Grundansatz mit spannenden Raumbezügen im Dialog mit der Varianz in der architektonischen Ausbildung der Gebäude. Warme und langlebige Baumaterialien setzen sich in der Innenraumgestaltung fort. Die Wohnungen sind großzügig geschnitten und barrierefrei erreichbar. Entlang der Schongauer Straße wird der passive Schallschutz über die Außenbauteile, öffenbar verglaste Loggien und Fenster mit schallgedämmten Lüftungselementen sichergestellt. Durch die Anbindung des Gebäudes an die Fernwärmeversorgung, die Belegung von über 60% der Dächer mit PV-Modulen und die Ausbildung einer vorgefertigten hochwärmegedämmten Holzelementfassade wird der Energieeffizienz-Standard KfW40 erreicht. Der grundlegende Fassadenaufbau basiert auf einem 28cm tiefen, gedämmten Holzrahmenbau mit vorgehängter hinterlüfteter Holzfassade und einer inneren 6cm starken Installationsvorsatzschale. Fenster- bzw. Türelemente sind mit thermisch getrennten Holz-Alu-Profilen und Dreischeibenwärmeschutzverglasung konzipiert mit in den Leibungen verdeckt eingebautem, außen liegenden textilen Sonnenschutz.

    Über individuell einstellbare, teilweise schallgedämmte Fensterfalzlüfter werden Wohn- und Schlafräume von den Höfen aus mit Frischluft versorgt. Verbrauchte Luft wird in den Sanitärräumen und Küchen über eine Abluftanlage mit Nachströmung abgezogen. Das Zusammenspiel aus einem hohen Anteil nachwachsender Rohstoffe, hochwertigem energetischen Standard und einfachen technischen Betriebssystemen tragen dazu bei den ökologischen Fußabdruck zu minimieren.
    Die Gebäude sind auf die Brandschutzanforderungen der Gebäudeklasse_4 und der Musterholzbaurichtlinie u.a. mit einer geschossweisen nicht brennbaren Trennung der hinterlüfteten Holzfassade und dem Einsatz der Baumaterialien hinausgelegt. Die nötigen Feuerwehr-Zufahrten sind in allen Bereichen gewährleistet. Im Innenhof erreichbare Aufstellflächen für die Drehleiter sind durch die angelegten Wegestrukturen und Ergänzung aus Rasenwaben sichergestellt. Alle Schwenk- und Bewegungsbereiche sind von baulichen und Vegetationsstrukturen freigehalten.

     

    Nutzungskonzept & Wohnungsmix

    Die Gebäude werden mit klarer Adressbildung von den Wohnwegen V1 und V2 erschlossen. Eine tragende Skelettstruktur mit zentralen Erschließungskern, frei spannenden Decken und teilweise nicht tragenden Innenwänden ermöglicht einen flexiblen Wohnungsmix. Im gesamten Quartier entstehen 55 Wohnungen von denen rund 30% geförderte Wohnungen nach EOF-Förderrichtlinien sind und davon 2/3 Miet- und 1/3 Eigentumswohnungen. Die variable Struktur ermöglicht es verschiedene Wohnformen umzusetzen, bspw. Wohnen und Arbeiten, sowie Wohnungen zusammenzulegen oder zu trennen. Es wird durch die Konzeption ebenso eine ‚Wohngemeinschaft‘ unterschiedlicher Altersgruppen angestrebt.

    Die erdgeschossigen Wohnungen erhalten direkt zugeordnete großzügige Gärten, die Wohnungen in den Obergeschossen Loggien, die in den obersten Geschossen um Terrassenflächen erweitert werden, bzw. an der Schongauer Straße die versetzte Geschossigkeit aufgenommen, um auf der Dachfläche Terrassen auszubilden. Im Erdgeschoss, mit unmittelbarer Anbindung an die Wohnwege, sind in den Gebäuden Fahrrad-, Kinderwagenabstell- und Wertstoff- bzw. Müllräume vorgesehen. An der Schongauer Straße unterstützen kleinteilige Gewerbeflächen, teilweise mit unmittelbarer Anbindung an Wohnraum, die Entwicklung Wohnen und Arbeiten zu etablieren.

    Im Süd-Westen steht den Bewohnern zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und als

    Kommunikationspunkt ein frei bespielbarer Gemeinschaftsraum für Feiern, Sportgruppen oder zum Austausch untereinander mit einer großzügig vorgelagerten Gemeinschaftsgefühls und als Kommunikationspunkt ein frei bespielbarer Gemeinschaftsraum für Feiern, Sportgruppen oder zum Austausch zur Verfügung. Die Lage an prominenter Stelle ist bewußt gewählt, um die Kommunikation der unterchiedlichen Häuser und Bewohner im Quartier zu erleichtern und einer Anonymität im Wohnquartier entgegenzuwirken. Die gilt insbesondere für das Miteinander von gefördertem und nicht gefördertem Wohnraum.

     

     

    Mobilität & Umsetzung

    Das Mobilitätskonzept fördert die Attraktivität der Mobilität mit dem Rad. Im Quartier wird eine Mobilitätsstation eingerichtet bei der bspw. Lastenräder ausgeliehen werden können. Die erdgeschossigen Abstellräume für Räder sind unmittelbar vom Freibereich aus anfahrbar und mit Tageslicht versorgt. Sowohl in den Fahrradabstellräumen als auch in der Tiefgarage steht eine Ladeinfrastruktur für E-Mobilität unter Ausnutzung des im Quartier erzeugten Stroms zur Verfügung. An den Eingängen der Gebäude werden zusätzliche Fahrradlehnbügeln angeboten.

    Über die Erfahrung mit bereits ausgeführten, vergleichbaren Projekten und gewählten Konstruktionsverfahren mit einem hohen Maß an vorgefertigten Elementen können schnelle Bauzeiten mit hohen Qualitätsstandards in der Ausführung umgesetzt werden. Es ist vorgesehen das gesamte Quartier, das ohnehin über die Tiefgarage verbunden ist, in einem Zug zu realisieren und in Betrieb zu nehmen.