Nichtoffener Realisierungswettbewerb Dreifach-Sporthalle Mauerstetten, ein 3. Preis
    Bild zum Projekt Wettbewerb Dreifach-Sporthalle Mauerstetten
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    Auftraggeber:

    Gemeinde Mauerstetten

    Wettbewerb:

    Nichtoffener Realisierungswettbewerb - ein 3. Preis
    (2. Preis wurde nicht vergeben)

    Projektzeiten:

    2017

    Projektbeteiligte:

    Landschaftsarchitektur:
    realgrün Landschaftsarchitekten, München

    Tragwerksplanung:
    Dr. Schütz Ingenieure, Kempten

    Brandschutzplanung:
    Ingenieurbüro Anwander, Sulzberg

    Visualisierung:
    Killius Ernst Architekten, München

    Städtebauliche Struktur und Entwurfskonzept 

    Das Wettbewerbsgebiet befindet sich am nördlichen Siedlungsrand von Mauerstetten. Es befindet sich angrenzend an eine westlich gelegene Fußballanlage mit Übungsplatz, Großspiel- und Kleinspielfeld, eine Reitanlage im Nordwesten und Tennisplätzen mit Vereinsheim im Norden.

    Das Baugrundstück selbst und die angrenzenden Flächen im Osten und Südosten sind geprägt durch weitläufige landwirtschaftliche Wiesenflächen. x

    Zentrale Entwurfsaufgabe ist die Definition des nordwestlichen Ortsrandes und eine möglichst angemessene landschaftliche Gesamteinbindung der neuen Sporthalle sowie der Parkplatz- und Freisportflächen in die Topgraphie und das Landschaftsbild.

    Die Entwurfsidee für diesen Ort ist die Ausbildung eines Findlings im Wiesenhang im Duktus eines großen Feldstadels. Das neue Gebäude bettet sich trotz seiner Größe in die leicht modellierte Topographie ein und bildet einen sanften Übergang von den Freisportflächen zu den landwirtschaftlichen Feldern. Die Freiflächen sollen möglichst naturnah gestaltet werden.

     

    Erschließung und Freianlagen 

    Die Erschließung der Sporthalle erfolgt über einen von Norden nach Süden verlaufenden Wirtschaftsweg. Dieser wird von nördlicher Richtung vom Ortsteil Steinholz her für den Individualverkehr leicht verbreitert und ausgebaut. Die notwendigen Stellplätze für Sporthalle, Fußballplätze und Tennisanlage werden zentral zwischen den Arealen nördlich der Halle in wasserdurchlässiger Rasenpflasterbauweise mit angrenzenden Sickermulden angelegt. Zusätzlich werden nördlich davon kostengünstige Überlaufparkplätze für Großveranstaltungen in den angrenzenden Wiesenflächen in Schotterrasenbauweise situiert. Der restliche Wirtschaftsweg wird von der Einfahrt zum Parkplatz bis zum Ortsrand im Süden in seiner derzeitigen Form als Spazier- und Radweg in einfacher, gebundener Bauweise, erhalten bleiben.

    Der Eingang zur Sporthalle liegt am Schnittpunkt der Wegeführungen dieser Nord-Süd-Achse und der Ost-West-Verbindung von den Fußplatzplätzen.  Der Vorplatz aus Asphaltsplittmastixbelag mit Großbaumpflanzung und Sitzmöglichkeiten soll einladend aber zugleich zurückhaltend ausgebildet werden. Die nachzuweisenden Behinderten-Stellplätze sind hier mit barrierefreiem Zugang nahe am Eingang zur Halle angeordnet.

    Am Eingangsbereich von Halle und Freisportumkleiden ist auch eine Schuhwaschanlage für die Reinigung der Fußballschuhe vorgesehen.

    Die Eingangszone der Halle und die Terrasse vor dem Sporttreff sind mit einem weit auskragenden Vordach vor Wind, Regen und Schnee geschützt. Die Ausbildung des asymmetrischen Satteldaches mit einseitigem Kragdach auf der westlichen Eingangs- und Foyerseite erinnert an die überdachten Ladezonen von landwirtschaftlichen Kragdach-Scheunen, wie sie im Ostallgäu vielfach anzutreffen sind. Unter dem Dach können auch wettergeschützt Fahrräder abgestellt werden.

    Die PKW-Stellplätze werden in das leicht fallende Gelände, in einer dem natürlichen Gefälle entsprechenden Neigung angeordnet.

    Die funktionsbedingt horizontalen Freisportflächen werden sanft in das bewegte Gelände eingefügt und zudem mit einer Entwässerungsschicht im Bereich des Planums versehen, damit kein langfristiger Einstau erfolgen kann. Die direkte Abführung des Oberflächenwassers der Frei-, Sport-, und Erschließungsflächen mit Abfluss in das nördliche Regenrückhaltebecken ist vorgesehen.

    Die Realisierung der Freisportflächen (Beachvolleyballanlage, Asphaltstockanlage) wird konzeptionell in der Entwurfs- und Geländeplanung bereits berücksichtigt, damit diese dann später möglichst kostengünstig eingebaut werden können.

     

    Funktionalität und Raumkonzept 

    Optimale Funktionalität, kostensparende Bauweise, architektonische und räumliche Qualitäten stehen bei der Konzeption des Entwurfes im Vordergrund.

    Die Spielfeldebene ist im Vergleich zur Zugangsebene um ein Geschoss abgesenkt.

    Dadurch ist die städtebaulich wirksame Kubatur reduziert und die Versammlungsstätte ist ebenerdig für die Besucher erreichbar.

    Am gemeinsamen Haupteingang für Sport- und Veranstaltungsnutzungen sind der im Alltag abschließbare Foyer- und Tribünenbereich mit dem sog. Sporttreff im Westen, und der Nebenfunktionsbereich mit Geschäftsstelle und diversen Lagerräumen im Norden angelagert.

    Im Eingangsbereich ist ebenfalls die vertikale, barrierefreie Erschließung der beiden Geschosse angeordnet. Auf direktem Weg ist der Stiefelgang zu den Sammelumkleiden der Freisportanlagen vom Eingang aus über eine Treppe erreichbar. Über einen Turnschuhgang können diese auch für den Sporthallenbetrieb genutzt werden. Die Sammelumkleiden der Hallensportnutzung ist direkt dem Hallenbereich zugeordnet. Die Schiedsrichter- und Trainerumkleiden sind durch ihre zentrale Lage am Eingangsbereich ebenfalls von der Sporthalle und Außenspielfeldern problemlos zu erreichen.

    Für die Anlieferung von technischen Geräten oder Sportgeräten ist eine kostengünstige Hubscherenbühne im Lagerraum an der Nordwestecke vorgesehen.

    Die erforderlichen zwei unabhängigen Fluchtwege werden über Schlupftüren in den Trennvorhängen und zwei Treppenhäuser von jedem Hallenteil aus gewährleistet.

    Im Bereich der östlichen und südlichen Gebäudefronten wird das Urgelände in einem weichen, fließenden Übergang angepasst.

     

    Konstruktion, Materialität und Nachhaltigkeit 

    Das Untergeschoss wird wegen dem aufstauendem Sicker- bzw. anlastendem Oberflächenwasser als wasserdichte Wanne ausgebildet. Sickerwasser wird über Flächendrainagen in das Regenrückhaltebecken eingeleitet. Oberflächennahe Oberbodendecklagen und bindige Geschiebelehme mit geringer Tragfähigkeit werden im Bereich der Halle ausgebaut, sodass ein Bodenaustausch daher nur noch partiell erforderlich ist.

    Das Gebäude verfügt über ein massives Untergeschoss in Betonbauweise mit hoher Speichermasse und ein leichtes Erdgeschoss in Holzbauweise mit hocheffizienter Wärmedämmung und Gebäudehülle. Die sehr wirtschaftliche Baukonstruktion ist nachhaltig in Bezug auf Errichtung und Betrieb des Gebäudes gewählt worden.

    Die Holzbauweise gewährleistet eine kurze Bauzeit, regionale Wertschöpfung und eine warme Raumatmosphäre. In der Materialität präsentiert sich das Gebäude als ganzheitlich, sympathisch und nachhaltig. Das Entwurfskonzept ermöglicht es, mit den Hölzern aus den Wäldern der Gemeinde Mauerstetten arbeiten zu können, die geplanten Bauprodukte und -systeme sind auf die Möglichkeiten der regionalen Handwerker abgestimmt. Damit soll eine maximale Nachhaltigkeit erreicht werden: CO2 neutrale Baustoffe, kurze Transportwege, regionale Kreisläufe, Wertschöpfung und Stärkung regionaler Netzwerke, sowie hohe Identifikation der Einwohner mit dem Gebäude. Das Dachtragwerk wird aus Buchen-Furnier-Sperrholz, das durch die hohe Tragfähigkeit auch bei schlanken Dimensionen große Spannweiten ermöglicht, konzipiert. Für die Verkleidungen von Prallwand und Sporthallenwänden, sowie der Fassade werden traditionelle Weißtannenbretter, außen in sägerauer, innen in gehobelter Ausprägung, verwendet. Die Holz-Schiebe-Tore sind ebenfalls eine Reminiszenz an bäuerliche Gebäude. Robuste Oberflächen und langlebige Materialien sind im Materialkonzept der Schlüssel für eine nachhaltige Architektur.

     

    Energetisches Konzept, Speichermassen, Dämmung, Belüftung und Beheizung 

    Eine zusätzliche mechanische Belüftung der Halle und der Umkleidebereiche ist wegen der zu gewährleistenden Lufthygiene zwingend notwendig. Die Lüftungsanlage befindet sich im Untergeschoss, die Zu- und Fortluft ist in der Fassade an der Nord-Ost-Ecke angeordnet. Die Lüftungskanäle verlaufen an der Decke der Nebenraumzone (Zu- und Abluft Umkleiden; Zuluft Halle) und in der Geräteraumzone (Abluft Halle) im unteren Geschoss. Im Innenraum der Halle oder in der Außenansicht sind keine störenden Lüftungskanäle oder Ablufthauben sichtbar. Für die erforderliche Frischluftzufuhr ist eine Lüftungsanlage mit hoher Wärmerückgewinnung vorgesehen.
    Die Beheizung erfolgt über Niedertemperatur-Fußbodenheizung im Bereich der Sporthalle.

     

    Belichtung, Schallschutz, Raumakustik, Blend- und Sonnenschutz 

    Laut Auslobung ist eine natürliche Belichtung der Spielfelder nicht erforderlich, da das Training hauptsächlich in den Abendstunden ab 16 Uhr erfolgt. Im Frühsommer und Spätherbst ist jedoch bis 21 Uhr sowie an Turnieren am Wochenende ganztags mit Helligkeit zu rechnen. Daher ist ein angemessener Außenbezug zumindest in diesen Zeiten erforderlich. In der Konzeption sind vor den drei Öffnungen auf der Ostseite Schiebeläden vorgesehen, die nach Wunsch ab mittags bei abgewandtem Sonnenstand oder generell bei diffusem Licht elektrisch geöffnet bzw. geschlossen werden können. Auf der Westseite beim Foyer gibt es an der Verglasung ebenfalls Schiebeläden, mit denen der Außenbezug vom Foyer zum Freibereich entsprechend den Bedürfnissen angepasst werden kann. Zusätzlich wird den beiden Verglasungen am Foyer noch ein innenliegender Blendschutz angeordnet. Das künstliche Licht in der Halle wird durch ultraflache, an den Untergurten der Hallenbinder angebrachte LED-Leuchten bereitgestellt, damit blendfreies Licht ohne Schattenwürfe durch das Tragwerk ein störungsfreies Sportgeschehen ermöglichen.

    Die beiden Schall-Trennvorhänge zwischen den Einzelhallenteilen sind neben den Untergurten der Fachwerkträger montiert und verschwinden im hochgezogenen Zustand. Die Dachuntersicht in der Sporthalle ist zwischen den Dachbindern vollflächig mit Akustik-Leisten-Paneelen aus Weißtanne als hochwirksamer Schallabsorber bekleidet.