Planung zur Neugestaltung innerstädtischer Freiflächen in der Altstadt von Memmingen im Umfeld des Weinmarktes, Begrenzt offener städtebaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb - Ankauf
    Bild zum Projekt Weinmarkt, Memmingen
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    Auftraggeber:

    Stadt Memmingen

    Wettbewerb:

    Begrenzt offener städtebaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb
    - Ankauf

    Projektzeiten:

    Planung: 2006

    Projektbeteiligte:

    Freianlagenplanung:
    Realgrün Landschaftsarchitekten, München

    Stadtboden

    Ziel des vorgeschlagenen Gestaltungskonzeptes ist die Neubestimmung einer prominenten innerstädtischen Situation im Kontext verschiedenster zeithistorischer Veränderungen, Zerstörungen, Überformungen und Umnutzungen. Die beiden Stadträume Weinmarkt und Rossmarkt werden wieder erfahrbar. Die gestalterische Neuordnung der Bereiche Schweizerberg und Übergang Maximilianstrasse am Manghausplatz komplettieren die bedeutsame Ost-Westachse im Memminger Innenstadtbereich. 
    Im Gegensatz zu einer rein rekonstruktiven Herangehensweise ist das vorgeschlagene Gestaltungskonzept von einer interpretativen abstrakten Darstellung der historisch begründeten Stadträume des Wein- und Rossmarktes bestimmt. Intarsienartig eingelegte Plattenteppiche, eingebunden in den homogenen, durchgängigen Granitpflaster-Belag des Altstadtbodens, definieren die Marktplätze im Stadtraum. Das Konzept bezieht auch die Kramerstrasse und weitere angrenzende Altstadtgassen mittelfristig in die Umgestaltung mit ein. 
    Die Verwendung von Granit in verschiedenen Pflaster- und Plattenformaten (Sandwichbauweise Beton/Naturstein) erzeugt ein homogenes, dem Altstadtduktus entsprechendes Erscheinungsbild. Auf eine Profilierung der Verkehrsflächen wird bewusst verzichtet, vielmehr ist der niveaugleiche Ausbau zur Darstellung der Marktplätze bestimmend. Die Neuordnung der Verkehre orientiert sich am „Regensburger Modell", d.h. ein bewusster Verzicht auf die Hierarchisierung und differenzierte Ausgestaltung der verschiedenen Verkehrsbereiche. Lichtmasten-Reihen und Poller dienen als Leitlinien auf den niveaugleich ausgebauten Stadtplätzen. Die Umwidmung in eine 7 km/h - Zone wird vorgeschlagen. Kurzzeitparken wird auf dem Rossmarkt angeboten, der Weinmarkt wird vom ruhenden Verkehr gänzlich befreit. Die umgebenden Platzbereiche werden für Marktnutzungen, Flohmärkte, Stadtfeste und die Außen-Gastronomie etc. freigehalten.
    Neue architektonische Akzente werden durch das Haltestellen- und Infogebäude, sowie die Ausstattungselemente wie Brunnen, Bänke und Lichtstellen gesetzt. Alte Fassaden und neue Architekturelemente treten somit in einen spannungsvollen Dialog. Es wird vorgeschlagen, die Eichhausbrücke entsprechend der Verkehrsreduzierung zurückzubauen. An der statischen Bauteilfuge soll die tiefer liegende Fußgängerbrücke abgebrochen werden, um am Rossmarkt die historische Freistellung der Hauptfassade und die direkte Durchgängigkeit der Fußgängerwege am Stadtbach wiederherzustellen zu können.
    Durch die vorgeschlagene Umgestaltung des Bereiches Schweizerberg wird der stadträumlich bedeutsame Bezug zu Ross- und Weinmarkt wiederhergestellt. In Entsprechung zu den historisch bedeutsamen Bauwerken werden die Vorzonen durchgängig straßenbegleitend neu gestaltet und mit Aufenthaltszonen ausgestattet. Für den Garten am Fuggerbau wird in Anlehnung an die historische Bedeutung dieser Grünfläche in der Innenstadt eine gartendenkmalpflegerische Rekonstruktion vorgeschlagen. Der Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer wird im Bereich des neuzeitlichen Stadtmauerbruches am Schweizerberg durch im Belag eingelegte Metallstreifen nachgezeichnet. Der Rückbau der nicht historischen Ost-West-Verkehrsachse wird dadurch symbolisiert und der Altstadtzugang gekennzeichnet.

     

    Materialkonzept

    Granitpflaster-Beläge, Plattenteppiche aus Betonsandwichsteinen mit Granitoberfläche, Entwässerungsrinnen Granitfünfzeiler, straßenbegleitende Aufenthaltsbereiche am Schweizerberg als wassergebundene Decken, Gehwege am Schweizerberg Betonplatten, Fahrbahnen in Asphalt, Fortführung Maximilianstrasse Gehwege Betonplatten, Fahrbahnen Asphalt mit Einzeiler Großsteinpflaster als Randeinfassung

     

    Pflanzkonzept

    Großbaumpflanzung Linde am Rossmarkt, gartendenkmalpflegerisches Vegetationskonzept am Fuggerbau, Straßenbaumpflanzungen am Schweizerberg 

     

    Möblierungskonzept

    Alle neuen Möblierungselemente Marktbrunnen und Sitzelemente aus rotbraun lasiertem Sichtbeton, Haltestellen- und Infogebäude aus rotbraun lasierten Sichtbetonmauerscheiben mit Stahl-/Glaseinbauten, sowie rotbraune, eisenoxid-farbene Lichtstelen sind im gleichen rotbraunen Farbspektrum gehalten.

     

    Veröffentlichung

    Bauwelt 11/2007
    Wettbewerbe Aktuell 06/2007