Umbau und Generalsanierung Grund- und Mittelschule Waltenhofen, Zuschlag nach VOF-Verfahren
    Bild zum Projekt Schulzentrum Waltenhofen
    Bild zum Projekt Schulzentrum Waltenhofen
    Bild zum Projekt Schulzentrum Waltenhofen
    Bild zum Projekt Schulzentrum Waltenhofen
    Bild zum Projekt Schulzentrum Waltenhofen
    Bild zum Projekt Schulzentrum Waltenhofen
    Bild zum Projekt Schulzentrum Waltenhofen
    Bild zum Projekt Schulzentrum Waltenhofen
    Bild zum Projekt Schulzentrum Waltenhofen
    Bild zum Projekt Schulzentrum Waltenhofen
    Bild zum Projekt Schulzentrum Waltenhofen
    Bild zum Projekt Schulzentrum Waltenhofen
    Bild zum Projekt Schulzentrum Waltenhofen
    Bild zum Projekt Schulzentrum Waltenhofen

    Adresse:

    Zettlerstraße 17
    87488 Waltenhofen

    Auftraggeber:

    Gemeinde Waltenhofen, Bauamt

    Wettbewerb:

    Zuschlag nach VOF-Verfahren

    Beauftragte Leistung:

    Objektplanung LPH 1-9

    Projektzeiten:

    Planung ab Juli 2014
    Bauzeit: 08/2016 – 08/2018
    Umbau bei laufendem Schulbetrieb
    Fertigstellung September 2018

    Projektgröße:

    BGF 6.868 m2
    BRI 25.050 m3
    Nutzfläche 5.220 m2

    Baukosten:

    KRG 300,400: 9,6 Mio € brutto

    Energiestandard:

    Effizienzhaus100

    Projektbeteiligte:

    Tragwerksplanung:
    Dr. Schütz Ingenieure, Kempten

    Brandschutzplanung:
    Ingenieurbüro Anwander, Sulzberg

    HLS-Planung:
    Ingenieurbüro IBDG, Waltenhofen

    Elektroanlagenplanung:
    Elektroplaung Wohlfahrt EPW, Börwang

    EnEV und Bauphysik:
    Ingenieurbüro Herz und Lang, Weitnau

    Künstlerische Beratung:
    Atelier Manfred Mayerle, München

    Freianlagen:
    Wilhelm Müller Landschaftsarchitekt, Kempten

    Der Bestand

    Der bestehende Schulkomplex der Grund- und Mittelschule Waltenhofen wurde 1968 von Werner Fauser, München nach gewonnenem Wettbewerb errichtet.

    „Die senkrecht in den Hang gestellten Klassentrakte – aus der Topographie, der Lage zur Sonne und abschnittsweisem Bauen entstanden – sind auf der unteren Ebene durch eine Pausenhalle und darüber durch den Pausenhof verbunden. Um die Pausenhalle liegen alle Fachklassen, darüber auskragend in zwei Geschossen die Normalklassen. Materialbeschränkung im Äußeren auf Waschbetonflächen und das Holz für die Fenster. Die Innenwände Sichtbeton und Sichtmauerwerk, Holz für Böden und Decken.“

    Im Gebäude findet sich die künstlerische Gestaltung durch Manfred Mayerle. Der heute noch aktive Künstler gestaltete sämtliche Innentüren und viele Wandflächen stark farbig und von identitätsstiftender Prägnanz. In der Aula befindet sich an der Rückwand ein plastisches Relief aus gefasstem Beton. Die Treppenhauswände, Heizkörper und Innentüren sind in strahlenden Farben mit geometrischen Formen gestaltet. Obwohl das Gebäude nicht in der Denkmalliste eingetragen ist, geht die vorliegende Planung sehr bewusst mit diesem künstlerischen Erbe um. Der Umgang mit der signalhaften Ausmalung aller Verkehrsflächen und dem farblich gefassten Betonrelief in der Eingangshalle wird mit dem Urheber Atelier Mayerle abgestimmt.

     

    Umbau und Sanierung

    Ursprünglich für 850 Schüler geplant, wird die Schule derzeit von ca. 250 Schülern genutzt. Zusätzlich wird eine offene Nachmittagsbetreuung angeboten. Neue Anforderungen an Unterrichtsräume und neue Schulkonzepte führen zu einer Neuverteilung der Nutzungen. Der erst in den 1980er Jahren hinzugefügte „Nordbau“ wird abgebrochen.

    Das bestehende Schulgebäude wird dem aktuellen Bedarf angepasst und innen grundlegend saniert. Die Energetische Sanierung nimmt Rücksicht auf die Substanz des Gebäudes und versucht seine Qualitäten herauszuarbeiten. Waschbeton außen und teilweise gefasste Sichtbetonfläche innen verlangen einen differenzierten Umgang mit Wärmedämmung. Grundsätzlich werden Außenwände von innen und mit einer neuen Installationsebene gedämmt. Ausnahme bilden Flächen mit künstlerischer Gestaltung auf Sichtbeton, vor allem in den Treppenhäusern, solche Flächen werden nicht gedämmt. Sämtliche Fenster und Außentüren werden erneuert. Sämtlichen Klassenraumtüren werden trotz der Aufschlagrichtung in den Flur hinein restoratorisch überarbeitet und nicht ersetzt. Die Türen der entfallenden Nebenräume werden archiviert und soweit möglich und sinnvoll für neue Räume wiederverwendet. Mit Ausnahme der Aula bleiben die bestehenden Eichenparkett Böden im ganzen Gebäude erhalten.

    Die beiden auskragenden Geschoße behalten dabei ihre ursprüngliche Fassadengliederung als Fensterbänder mit zurückhaltender Farbgestaltung. Die Fensterbänder werden durch die notwendigen Lüftungselemente neu rhythmisiert. Sockel- und Untergeschoss erfahren wesentliche Veränderungen, werden von den Obergeschossen abgesetzt und bekommen neue, hoch wärmegedämmte Fassaden mit einer differenzierten, zurückhaltenden Plastizität. Daraus entsteht eine horizontale, schwebende Betonung der Obergeschosse. Die über vier Geschoße reichende Höhe der Süd- und Westfassade wird dadurch näher an den Maßstab der Umgebung herangeführt.  Der Rückbau der Betonlamellen und damit verbunden das großflächige Öffnen der Aulafassade sowie der Abbruch der „zweiten“, äußeren Fassade am Haupteingang verbessert wesentlich die Belichtungsverhältnisse in der Aula.

    Aufgrund der Forderungen aus dem Brandschutz und der Barrierefreiheit werden weitere bauliche Eingriffe notwendig; dies sind vor allem die Anordnung von Aufzügen an oder vor den Fassaden sowie die Errichtung von Brandschutzabschlüssen.