Städtebauliches und Freiraumplanerisches Konzept für das Schoch-Areal in Stuttgart, Beschränkter Wettbewerb mit 24 Teilnehmern, 4. Preis
    Bild zum Projekt Schoch-Areal und Umgebung, Stuttgart
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    Auftraggeber:

    Landeshauptstadt Stuttgart,
    Amt für Stadtplanung und
    Stadterneuerung

    Wettbewerb:

    Beschränkter Wettbewerb nach Bewerbungsverfahren mit 24 Teilnehmern
    4. Preis

    Projektgröße:

    Wettbewerbsgebiet: 4,2 ha

    Energiestandard:

    Plusernergiehäuser

    Projektbeteiligte:

    Landschaftsarchitektur:
    Keller Damm Roser Landschaftsarchitekten Stadtplaner GmbH, München

    Tragwerksplanung:
    Ingenieurbüro Wolfgang Hirdina, Betzigau

    Verkehrsplanung:
    Ingenieurgruppe IVV für Verkehrswesen und Verfahrensentwicklung, Aachen

    Visualisierung:
    killius ernst architekten, München

    Städtebauliche und architektonische Konzeption

    Über das Strukturkonzept des Solarquartiers Schoch-Areal am Feuerbacher Tor wird das ehemalige Firmenareal der Firma Schoch als Stadtbaustein nachhaltig weiter entwickelt. 
    Die vorgeschlagene Mischnutzung mit Wohnungen für unterschiedliche Wohnformen und Nutzergruppen, Büros, Einzelhandel, betreutem Wohnen und einer 5-gruppigen Kindertagesstätte ermöglicht vielfältige Miet- und Eigentumsformen. In Anlehnung an das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell (SIM) werden zur Förderung urbanen Wohnens unter dem Gesichtspunkt sozialgerechter Aspekte der Bodennutzung rund 20 % der Wohnungen über Wohnbauförderprogramme (SMW, MME und PWE) mit einer durchschnittlichen Wohnfläche von 90 m² vorgesehen.
    Die verbleibenden 80 % der Wohngeschossfläche sind für Baugemeinschaften, Eigentumswohnungen und Mehrgenerationenwohnungen mit Wohnflächen zwischen 60 m² bis 180 m² eingeplant. 
    In der Planung werden auf dem gesamten Areal unter Einbeziehung der gemischten Wohnformen rund 100 Wohneinheiten realisiert.

     

    Freianlagenkonzeption

    Bebauungsplanübergreifendes Konzept ist die Herstellung einer durchgehenden Grünverbindung zwischen Feuerbacher Bahnhof und Killesberg.
    Der Wiener Platz wird in Richtung des diagonal verlaufenden Bahnkörpers der Stadtbahnlinien U 6 + U 13 angehoben und die Hochbahnsteig-Haltestellen in die Platztopografie eingewoben. Die Verbindungen zum Feuerbacher Bahnhof und dem Busbahnhof werden aufgeweitet.
    Der gebundene Belag ermöglicht die topografische Modellierung und damit gestalterische Integration der Bahnsteige. Geneigte Flächen mit maximal 4% Steigung führen barrierefrei vom Bahnhof zu den Bahnsteigen und der gegenüberliegenden Bebauung.
    Der Wendebereich der Busfahrbahn wird geringfügig versetzt, sodass die neue Unterführung Teil des Platzgefüges wird. Bis auf die Haltekanten selbst werden die Fahrbahnkanten mit minimalem Höhenunterschied ausgebildet, sodass sowohl die Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer als auch die taktile Wahrnehmung für Sehbehinderte sichergestellt ist. Gefräste Leitlinien sorgen für zusätzliche Sicherheit. Die prägenden Platanen um der Hochbunker bleiben erhalten.
    Neben dem großzügigen Freibereich der Kindertagesstätte entstehen, allgemein nutzbare Spielflächen. Ein großer Blauglockenbaum prägt den Atelierhof und ergänzt als grüner Hof die befestigten Freibereiche am Mehrgenerationenhaus.

     

    Fahrradverkehr

    Die Verknüpfung des Quartiers mit den Hauptfahrradrouten Feuerbachs wird vor allem über die Öffnung der Burgenlandstraße verbessert. An der Südseite des Bahnhofsgebäudes werden rund 300 überdachte Fahrradabstellplätze neu angeboten.
    Der Bedarf an Fahrradabstellflächen für die Wohn- und Gewerbeflächen wird dezentral an den jeweiligen Gebäuden abgedeckt.

     

    Energiekonzept und Regenwassermanagement

    Stuttgart gehört durch die Klimaveränderung zu den Gebieten mit vermehrter Wärmebelastung. Für ein angenehmes Wohn- und Arbeitsklima ist es maßgeblich den sommerlichen Wärmeschutz baulich und technisch zu berücksichtigen.
    Durch Einbeziehung lokal verfügbarer erneuerbarer Energien in Verbindung mit effizienter Gebäudetechnik und entsprechendem Nutzerverhalten werden im Solarquartier Schoch-Areal Plusenergiegebäude mit beispielhaftem Energiekonzept zur Minimierung des Primärenergiebedarfs für die Wärme- und Stromversorgung geschaffen.
    Um den Umweltbedingungen und dem Nutzerverhalten gerecht zu werden, werden drei Wärmequellen vorgesehen, deren Energie unterirdischen Langzeitspeichern zugeführt wird. Auf den begrünten Dachflächen werden rund 800 m² thermische Solarabsorber vorgesehen.
    Eine Wärmerückgewinnung über Wärmetauscher liefert aus dem Grau- und Abwasser der Wohnungen konstante Energie. Zudem speichern mehrere wärmegedämmte drucklose Schichtenspeicher im Erdreich in der Größenordnung von je 150 m³ die Energie der Sonne über lange Zeit.
    Die Speicher werden in Bereichen angeordnet, in denen ein tiefer Bodenaustausch notwendig ist.

     

    Heizungs- und Lüftungssystem für die Bürogebäude

    Durch den Einsatz einer Kombination aus Erdkanal, Bauteilkühlung und Lüftung kann auf eine konventionelle Klimaanlage verzichtet werden.
    Die Grundlast der Be- und Entlüftung der Büroflächen funktioniert über die Nutzung der Erdwärme/-kälte durch einen Erdkanal. Sommer wie Winter herrscht in der Erde eine Temperatur von 12 °C bis 15 °C. Frische Luft wird über den Dächern der höchsten Gebäuden angesaugt und über einen drei Meter tiefen Betonkanal im Erdreich über eine länge von ca. 400m geleitet.
    Bei dieser Anwendung wird durch die Regenwasserbefeuchtung eine Erdaustrocknung um die Rohre verhindert und damit der Wärmeübergang ständig optimiert. 
    Die Kälteerzeugung erfolgt über die Reversionsfunktion der Wärmepumpen-Anlage.

     

    Stromproduktion

    Um den energetisch beispielhaften Charakter des Stadtquartier auch in der Öffentlichkeit ablesbar und erlebbar zu machen werden u.a. die Fassadenflächen der Gebäude aktiviert. An den Baukörpern mit Südwest- bzw. Südost-Exposition sind als Blend- und Sonnenschutz sowie zur Stromgewinnung außen liegende, verschiebbare Paneele mit Dünnsicht PV-Modulen vorgesehen.

     

    Sanierungsplan – Energiespeicher

    Die räumliche Ausprägung der Baukörper beziehen sich auf die tief reichenden Schadensschwerpunkte und liegen jeweils in einem Realisierungsabschnitt, um vollständig saniert werden zu können. Die großvolumigen Aushubtiefen bis 11m werden als Saisonspeicher ausgebildet und dienen künftig als solarer Energiespeicher.

      

    Regenwassermanagement

    Die anfallenden Regenwassermengen werden über intensive und extensive Dachbegrünungen gepuffert, zur Grünflächenbewässerung und die Nutzung von Grauwasser zwischengespeichert. Regenwasserüberschüsse werden im Bereich der Erdregister außerhalb der Gebäude über Rigolen zeitversetzt in das Erdreich abgegeben.

     

    Stadtklima

    Neben teilweise intensiven Dachbegrünungen werden im Inneren der aufgelockerten Blockrandbebauung partiell Fassadenbegrünungen vorgeschlagen, die im Zusammenspiel mit vier bodennahen Grünflächen eine umfassende Verbesserung des Stadtklimas bieten. 
    Durch die Staffelung der Baukörper im südlichen Baufeld werden kompakte Gebäudekörper in aufgelockerter Bauweise vorgeschlagen, die ausreichend Durchstömungsmöglichkeiten von Südwest nach Nordost bieten und somit den in Verlängerung des Feuerbacher Tals gerichteten Kaltluftabfluss stärken.

    dregister außerhalb der Gebäude über Rigolen zeitversetzt in das Erdreich abgegeb

     

    Veröffentlichung

    Wettbewerbe Aktuell 03/2013