Neubau eines 5-gruppigen Kinderhauses in Berg, Verhandlungsverfahren mit Gestaltungsgutachten, 2. Rang
    Bild zum Projekt Neubau Kinderhaus Berg
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    Auftraggeber:

    Gemeinde Berg

    Wettbewerb:

    VgV-Verfahren mit Gestaltungsgutachten, 2. Rang

    Das neue Kinderhaus, konzipiert als 2-geschossiger Satteldachbau, positioniert sich traufständig entlang der Hauptstraße und fasst so den bisher undefinierten Straßenraum am Übergang zum nördlich angrenzenden Naturraum. Angelehnt an die landwirtschaftlich genutzten Funktionsbauten in der näheren Umgebung ist das neue Gebäudevolumen typologisch einem modernen Feldstadel nachempfunden. Die vorhandene Kubatur der umgebenden Bebauung wird aufgenommen, bestehende Trauf- und Firsthöhen werden aufgegriffen, um ein selbstverständliches Einfügen in die umgebende dörfliche Struktur zu ermöglichen.

    Die Wege- und Verkehrsführung über den Vorplatz ist einfach und funktional organisiert und ermöglicht eine Entflechtung der Verkehrsströme. Durch das großzügige Vordach ist der Haupteingang betont und leicht auffindbar, außerdem ist ein bestmöglicher Witterungsschutz, auch für die geforderten Fahrradabstellmöglichkeiten gewährleistet. Der Kinderwagenraum ist direkt von außen zugänglich. Nördlich der Fahrradabstellplätze, optisch durch eine Wandscheibe ausgeblendet befinden sich die geforderten Pkw-Stellplätze welche auch eine direkte Anlieferung der Küche ermöglichen. Durch die Einbeziehung und den Ausbau des Feldweges werden die benötigten Rangierflächen und Wendemöglichkeiten geschaffen.

    Durch die Anordnung des Gebäudes und die konstruktive Berücksichtigung ist eine spätere Erweiterungsmöglichkeit der Kindertagesstätte möglich.

     

    Entwurfskonzept | Nutzungsverteilung

    Durch die Anordnung des U3-Bereichs im EG und des U?3-Bereichs im OG auf separaten Ebenen ist neben einer leichten Orientierung auch eine klare Trennung nach Altersgruppen gegeben. Der Haupteingang erfolgt über den Windfang in den Verteiler, welcher Obergeschoss, Kita-Leitung sowie Mensa und Mehrzweckraum erschließt. Letztere können über eine faltbare Trennwand gekoppelt werden, so dass z.B. für Festlichkeiten ein großzügiger Raum entsteht. Spielflure mit Aufweitungen im Bereich der Garderoben dienen als zentrale Erschließungs- und Kommunikationszone und werden durch Oberlichter bzw. großzügige bodentiefe Verglasungen natürlich belichtet.

    Den beiden Krippengruppenräumen im Erdgeschoss ist je ein Schlafraum, und ein Kleingruppenraum sowie ein gemeinsamer Sanitärraum direkt angegliedert. Auf der anderen Seite des Spielflures liegen Garderobe und Nebenräume. Der Garten ist direkt über die vorgelagerte Terrasse und über eine Schmutzschleuse auf der Ostseite angeschlossen.

    Im Obergeschoss befinden sich die drei Kiga-Gruppenräume jeweils mit direkt angegliedertem Kleingruppenraum, orientiert zum überdeckten Balkon, welcher als zweiter Rettungsweg fungiert. Über eine Schmutzschleuse auf der Westseite und eine angegliederte Außentreppe ist der Spielgarten auf kurzem Wege erreichbar. Der zentrale Spielflur, ausgeweitet durch den großzügigen Garderobenbereich, erschließt auch den geforderten Mal- und Werkraum, das Elternsprechzimmer sowie die zentralen Schlaf-, Sanitär- und Personalräume.

     

    Konstruktion | Energiekonzept

    Das Gebäude wird in Holzelementbauweise als Holzständerbau errichtet, so dass ein hoher Vorfertigungsgrad zur wirtschaftlichen Optimierung der Konstruktion und optimierter Bauzeit erzielt werden kann. Die Decken und das Dach sind als massive Brettsperrholzdecken geplant. Die Holzbauweise mit vollständig ökologischen, nachhaltigen, nachwachsenden Baustoffen garantiert eine rasche Bauweise und reduzierte Baufeuchte.

    Das Gebäude wird im Energiestandard des KfW-Effizienzhaus 40 Plus geplant. Ein Passivhausstandard kann angestrebt werden. Es ist eine vorgehängte, hinterlüftete Holzfassade mit unbehandelter Lärche vorgesehen. Ein außenliegender Sonnenschutz ist aufgrund der Ausrichtung des Gebäudes nicht erforderlich.

    Die massiven Holzdecken und die mit Holzfaserdämmung gefüllten Holzständerwände, sowie die Estrichaufbauten gewährleisten ausreichende Speichermassen zur Vermeidung von sommerlichen Überhitzungen. In allen Aufenthaltsräumen sind Fenster zur freien Lüftung vorhanden. Als grundsätzliche Komponenten im Energiekonzept sind folgende Bausteine geplant: Wärmeerzeugung durch Luftwärmepumpe, Eigenstrom-PV-Anlage, Fußbodenheizung und mechanische Lüftungsanlagen mit effizienter Wärmerückgewinnung. Es wird keine aktive Kühlung benötigt.