Neubau eines Gemeindesaals in Legau
    Bild zum Projekt Neubau Gemeindesaal Legau
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    Auftraggeber:

    Markt Legau

    Beauftragte Leistung:

    LPH 1-9 HOAI

    Projektzeiten:

    Planung: 10/2018 bis 10/2020
    Bauzeit: 07/2020 bis 06/2022

    Projektgröße:

    BRI: 10.276m3
    BGF: 2.280m2
    NRF: 1.793m2

    Baukosten:

    Kostenberechnung (KG 300+400): 6,49 Mio € brutto

    Energiestandard:

    KfW-Effizienzhaus 55

    Projektbeteiligte:

    Landschaftsarchitekt:
    Schegk, Haimhausen

    Tragwerksplanung:
    Merz Kley Partner, Dornbirn

    Haustechnik:
    Conplaning, Ulm

    Elektroplanung:
    Ingenieurbüro Sulzer, Vogt

    Brandschutz:
    Anwander-Waldmann, Sulzberg

    Bauphysik:
    Herz & Lang, Weitnau

    Immissionsschutz:
    Bekon Lärmschutz & Akustik, Augsburg

    Küchenplanung:
    Hermann Großküchentechnik, Immenstadt

    Arbeitsschutz:
    Anwander-Waldmann, Sulzberg

    Die Bürger und Vereine der Marktgemeinde Legau erhalten einen neuen Gemeindesaal als zentrales Gebäude zur Durchführung von kulturellen und kommunalen Veranstaltungen. An Stelle des ehemaligen Gasthofs zum Löwen - unmittelbar im Ortszentrum gelegen neben Kirche, Marktplatz, Rathaus und Kindergarten - entsteht als Ensemble von zwei neuen Gebäuden der Gemeindesaal sowie die neue Dorfwirtschaft, welche Veranstaltungen bewirten kann und darüber hinaus das gastronomische Angebot des Ortes bereichert.

    Die neue Bebauung ordnet die Ortsmitte am Marktplatz neu. Neben dem Rathaus im Westen und der Kirche im Norden in etwas größerer Distanz, prägen zukünftig die zwei Giebel von Gemeindesaal und Gasthaus den Raum des Marktplatzes.

    Bewusst wird das Raumprogramm, welches neben dem Saal für 492 Besucher auch noch einen kleinen Saal, Kegelbahn, Foyers, Gaststube für 60 Besucher, Küchen für Gasthaus und Catering enthält, in zwei leicht zueinander versetzten Gebäuden angeordnet. Die Bündelung der Nutzung in einem Gebäude würde den Maßstab des Ortes sprengen, die Aufteilung in zwei Gebäudekörper erlaubt spannende, durchlässige Freiräume und vielfältige Bezüge zwischen innen und außen. Freischankflächen tragen zur Belebung der Ortsmitte bei. Dennoch sind beide Häuser stark miteinander verbunden: An der Engstelle zwischen den Gebäuden, am Durchgang zwischen Platz und Biergarten, befinden sich gegenüber liegend die beiden Besuchereingänge. Auf dieser Achse führen gerade Treppen und Aufzüge zu den öffentlichen Nutzungen im Obergeschoss. Genau darunter verbindet ein geradliniger Durchgang im Untergeschoss die beiden Gebäudeteile im Sinne einer flexiblen Nutzung.

    Beide Baukörper werden in gleicher Weise als Holzbauten erstellt. Eine statische Besonderheit ist das Dach des Saales. Gedämmte Hohlkastenelemente werden so verbunden, dass sie zwei steife Dachscheiben bilden und statisch wie ein Faltwerk funktionieren. Zur geringeren Beeinträchtigung der südlichen Nachbarn wird das Dach des Saalgebäudes nach Süden hin flacher nach unten gezogen. Im Inneren erhalten die Räume mit öffentlichem Charakter hölzerne Oberflächen aus Tanne, außen werden die Gebäude in Fichte-Latten gehüllt. Die offene Schalung aus verschieden starken und breiten Latten verspricht ein ruhiges, vertrautes und unaufgeregtes Erscheinungsbild, soll sich jedoch von der Bauart von Tenne und Stadel durch die Feinheit im Detail abheben.

    Beheizung und Kühlung erfolgt über Flächenheizung mit Grundwasserwärmepumpen und einem Spitzenlastkessel. Die Gebäude werden im Effizienzhaus 55-Standard realisiert. Zusätzlich hat der Gemeinderat beschlossen, bereits beim Bau Energie für unnötig weite Transporte von Baustoffen zu vermeiden. Ein geringerer CO2-Ausstoß beim Bau durch geringere Fahrstrecken wird bei der Wertung der Angebote berücksichtigt.

    Der Baubeginn ist im Juli 2020 geplant, die Fertigstellung im Sommer 2022.