Neubau der Rad- und Fußwegbrücke über die Iller und B19 bei Untermaiselstein, Beschränkter Realisierungswettbewerb - 2. Preis
    Bild zum Projekt Geh- und Radwegbrücke über die Iller und B19
    Bild zum Projekt Geh- und Radwegbrücke über die Iller und B19
    Bild zum Projekt Geh- und Radwegbrücke über die Iller und B19

    Auftraggeber:

    Straßenbauamt Kempten, Bayerische Staatsbauverwaltung

    Wettbewerb:

    Beschränkter Realisierungswettbewerb
    - 2. Preis

    Projektzeiten:

    Planung: 2004

    Projektbeteiligte:

    Arbeitsgemeinschaft mit Dr. Schütz Ingenieure, Kempten

    Der schlanke, 1,20 m hohe Stahlverbundquerschnitt überquert das Gelände mit einer sanft geschwungenen Linienführung. Dies ermöglicht die Rücksichtnahme auf die Geometrie der Anschlusspunkte, eine nahezu rechtwinklige Querung der B 19 neu und damit eine sensible Einbindung in die Landschaft. Fußgänger und Radfahrer können die Brücke durch die minimierte Längsneigung (< 9,7%) mühelos überqueren, was die hohe Funktionalität des Bauwerks unterstreicht. Die durchgehende Verbreiterung der Fahrbahn zwischen den Geländern mit 3,08 m wird im wesentlichen durch die Anordnung der Geländer außen erreicht und erlaubt ein gefahrloses Miteinander von Fußgänger und Radfahrer, sowie ein Verweilen an jeder Stelle der Brücke, um die ständig wechselnden Landschaftseindrücke auf sich wirken zu lassen. Die einfach gehaltene Querschnittsgeometrie, die wiederkehrende Schrägabstützung des Überbaus, die zurückhaltende Geländerkonzeption und die hohe Transparenz ergeben eine gestalterisch unaufdringliche Gesamterscheinung bei gleichzeitig hoher Eleganz und damit eine Verwandtschaft zur Brückenfamilie.
    Der Überbau spannt am Widerlager 10 biegesteif ein und ist in den Achsen 20 und 30 mit den Pfeilern elastisch über Stahllamellen verbunden. Die Pfeiler werden über einachsig angeordnete Bohrpfähle gegründet, um eine hohe Vertikalsteifigkeit verbunden mit einer horizontalen Nachgiebigkeit zu erreichen. In den Achsen 40 bis 60 kommen auf Grund der größeren Verschiebewege Elastomerlager zum Einsatz. Durch das gewählte Lagerungskonzept wird eine Optimierung des Schwingungsverhaltens der schlanken Brücke erreicht, bei einer gleichzeitigen Begrenzung der temperaturbedingten Zwängungskräfte.
    Die in der Planung einfach gehaltene Gestaltung, die klare Gliederung des Tragwerks, das optimierte Verhältnis Fahrbahnbreite / Brückenbreite (3,08 m/ 3,20 m) und der einfach herzustellende Stahlverbundüberbau bedeuten eine hohe Wirtschaftlichkeit des Neubaus. Durch die geringe Lageranzahl und die glatten Ansichtsflächen wird der Unterhaltsaufwand minimiert. 

     

    Veröffentlichung

    Wettbewerbe Aktuell 06/2004

     

    Aus der Preisgerichtsbeurteilung

    "Die Arbeit besticht durch eine ruhige reduzierte Gestaltung und eine sehr schöne Linienführung, sowohl aus Sicht des Verkehrsteilnehmers wie auch des Benutzers der Brücke. Die geschwungene Linie wird vom Benutzer als sehr angenehm empfunden und begeistert durch die kontinuierliche und leichte Längsentwicklung. Damit ergibt sich ein sehr ruhiger und gestalterisch qualitativ ausgewogener Eindruck ..."