Umbau und Erweiterung des bestehenden St. Magnus Kindergartens zum Familienzentrum Marktoberdorf, Realisierungswettbewerb mit 22 Teilnehmern, 1. Preis und Zuschlag nach VOF-Verfahren
    Bild zum Projekt Familienzentrum Marktoberdorf
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    Adresse:

    Ratiborer Str. 1
    87616 Marktoberdorf

    Auftraggeber:

    Stadt Marktoberdorf
    Richard-Wengenmeier-Platz 1
    87616 Marktoberdorf

    Wettbewerb:

    Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Auswahl- / Bewerbungsverfahren nach RPW 2013 mit 22 Teilnehmern - 1. Preis, Zuschlag nach VOF-Verfahren

    Beauftragte Leistung:

    LPH 1-9

    Projektzeiten:

    Auslobung Wettbewerb 03.09.2015
    Preisgerichtssitzung 16.12.2015

    Planung: ab 04/2016
    Bauzeit: ca. ab 05/2017

    Projektgröße:

    BGF 1.760 m2
    BRI 5.495 m3

    Baukosten:

    KRG 300,400: 3,2 Mio €

    Projektbeteiligte:

    Tragwerksplanung (Wettbewerb):
    Ingenieurbüro für Baustatik, Stefan Lämmle, Wiggensbach

    Brandschutzplanung:
    Ingenieurbüro Anwander GmbH & Co. KG, Sulzberg

    Elektroanlagenplanung:
    ADS plan GmbH, Marktoberdorf

    HLS-Planung:
    FACT GmbH, Marktoberdorf

    Tragwerksplanung:
    Ingenieurbüro Roll GmbH, Kaufbeuren

    Städtebau

    Der städtebauliche Vorschlag folgt dem in der Auslobung skizzierten Ansatz: Für die Erweiterung des bestehenden Kindergartens zum neuen Familienzentrum Marktoberdorf wird das bestehende Gebäude im KG und EG weiterverwendet und umgebaut. Die zusätzlich nachzuweisenden Programmflächen werden als Aufstockung um ein Vollgeschoss und als räumliche Erweiterungen nach Süden und Westen abgebildet. Es entsteht ein ruhiges, lineares Gebäude, das sich einerseits selbstverständlich in die Zeilen der Wohnbebauung entlang der Ratiborer Straße einreiht. Mit seinem klaren, zweigeschossigen Volumen kann sich der neue Baukörper andererseits auch selbstbewusst in der Abfolge der nördlich und südlich anschließenden öffentlichen Gebäude behaupten. Durch die lineare kompakte Organisation wird die zwingend erforderliche Maximierung der verbleibenden Freiflächen erreicht.

     

    Organisation / Funktion

    Das Gebäude wird wie bisher von der Ratiborer Straße aus erschlossen. Eine großzügige Verglasung über zwei Geschosse signalisiert den Eingangsbereich. Entsprechend der Längsorientierung des Baukörpers werden alle Raumfunktionen konsequent organisiert. Im EG öffnet sich das Gebäude mit über die ganze Länge laufenden, grossformatigen Öffnungen nach Süden zum Garten. Hier werden die Kinderkrippe, die Aufenthaltsräume für Eltern/Essen sowie Schlafraum/Bewegung situiert. Im OG sind alle vier Kindergartengruppen mit Ihren Nebenräumen angeordnet. Über Loggien und Gartentreppen kann der Garten auch direkt erreicht werden. Alle Gruppen- und Aufenthaltsräume erhalten somit einen gleichwertigen Bezug zum gemeinsamen Garten.  Vertikalerschließung und weitere kleinere Funktions- und Nebenräume sind in der schmaleren Raumzone zur Ratiborer Straße organisiert. Der benachbarte Adalbert Stifter Kindergarten kann einfach im OG barrierefrei erschlossen und in das Gesamtkonzept einbezogen werden.

     

    Bestand / Konstruktion

    Das Bestandsgebäude des alten St. Magnus Kindergartens, wird auf die wesentliche Rohbaustruktur des Unter- und Erdgeschosses zurückgebaut. Fehlende Tragstrukturen in Massivbauweise ergänzt. Weil die bestehende Gründung voraussichtlich nicht den zusätzlichen Verkehrslasten des OG und einem neuen massiven Obergeschoss entspricht, wird die Aufstockung als leichtere Holzbaukonstruktion vorgeschlagen.  Das Obergeschoss wird somit ab Oberkante der Bestandswände im EG, die Erweiterung im Westen des Bestandes komplett als konstruktiver Holzbau errichtet.

     

    Materialität / Ökologie / Nachhaltigkeit

    In der Materialität präsentiert sich das Gebäude mit einer über Bestand und Überbauung gezogener Holzleistenverschalung als ganzheitlich, unprätentiös und betont die Einfachheit des Gebäudes. Die einfach konzipierte Gebäudestruktur – Massivholzbalkenlagen als Geschossdecken und vorgefertigte Außenwandelemente – gewährleistet eine kurze Bauzeit. Weitere Vorteile bietet der Massivholzbau mit schlankeren Querschnitten, Konstruktionshöhe, erhöhter Wärme- und Schalldämmung zwischen den Geschossen.